Fokus 2020

Aufklärung und Sensibilisierung ADHS im Kindes- und Erwachsenenalter

Fokus im Jahr 2020

Seit Erscheinen meines Buches "ADHS in der Familie- Strategien für den Alltag" bekomme ich viele Zuschriften von ratlosen, verzweifelten Familien und Einzelpersonen.  Ein prominentes Problem: nicht ernst genommen werden von Fachleuten, Freunden, Angehörigen, Vorgesetzten, etc. Diese Erfahrung schmerzt und verunsichert. Die veralteten Annahmen, ADHS wachse sich in der Kindheit aus, bzw. nur hyperaktive Menschen könnten unter einer ADHS leiden, sind leider noch stark verbreitet.

Ein weiterer Faktor: das Unwissen über Auswirkung der ADHS und Anzweifeln der Diagnose. Bemerkungen wie: "Mach aus einer Mücke keinen Elefanten, wir haben doch alle ADHS", sind verletzend und können gravierende Probleme bei Betroffenen auslösen. Mit den Ursachen der ADHS sowie deren Auswirkungen kennen sich die wenigsten aus. Was es bspw. bedeutet unter einem nicht adäquat ausgebildeten Reizfilter zu leiden und welche Folgeerscheinungen daraus entstehen, wissen die Wenigsten. 

Kontaktiert werde ich auch von Eltern, die ihren Kindern nicht helfen können und von der Aussenwelt als "Versager" in der Erziehung bezeichnet werden. Wird einer Familie nach der Diagnosestellung keine Hilfestellung angeboten, findet eine starke Belastung des gesamten Familiensystems statt. 

 

Aufgrund dieser Erfahrungen stehen in diesem Jahre diverse Themen rund um die ADHS im Fokus. Durch die Lektüre des Buchs sollen Betroffene, Fachleute, Angehörige, Lehrer etc. Aufklärung  und Strategien zur Entlastung finden. Als effizient haben sich die über 80 Fallbeispiele erwiesen. Betroffene konnten sich damit identifizieren. Betonen möchte ich nochmals: Befassen Sie sich mit der ADHS, wenn Sie einen Menschen, mit ADHS der Ihnen am Herzen liegt, verstehen möchten und urteilen Sie nie, ohne die Hintergründe zu kennen.  

Aktuelle Themen werden über Facebook gepostet.

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die mir Ihre Probleme geschildert haben für ihr Vertrauen bedanken.

 

Nach den Sommerferien wird in Baden erneut eine Gesprächsgruppe für Betroffene angeboten (Ausschreibung erfolgt im Juni).  In einer Gruppe von Menschen mit ADHS finden sich Gleichgesinnte. Erleichterung wird verspürt, durch die Erkenntnis, dass Gruppenmitgliedern mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Der Austausch hinsichtlich Lösungsansätzen ist sehr wertvoll. 

 

Es gibt diverse erfolgreiche Strategien, die angewendet werden können: Freies Malen, Yoga, Karate, Musiktherapie, etc. Die Fachleute auf diesen Gebieten finden Sie unter der Rubrik "Porträt" bzw. Angebote aus dem Jahre 2019. Bitte wenden Sie sich direkt an die entsprechenden Leiter, wenn Sie Interesse an einem Angebot haben.